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microlightsculpture 01
Licht ist ein grundlegendes Element unserer Existenz, eine wissenschaftliche und biologische Wahrheit einerseits, von tiefster spiritueller und magisch-mystischer Bedeutung seit Beginn der Menschheitsentwicklung anderseits. Licht überwindet alle sprachlichen und kulturellen Grenzen, es ist ein Urphänomen, das unmittelbar und ohne sprachliche Übersetzung verstanden wird. Es ist Mikro- und Makro zugleich. Es spricht unsere Instinkte, unsere intellektuellen Fähigkeiten und unsere Seelen auf direktestem, intimsten Wege an. Licht und der Umgang (Manipulation) mit Lichtquellen spielt eine entschiedene Rolle in dem Erschaffen von Architektur und unserem Lebensraum/ unserer Umgebung. Das Licht und dessen Einfluss auf unsere Architektur und unsere Lebensweise wird im kommenden Jahrzehnt abnehmender Ressourcen noch bedeutsamer werden. Die Philosophie, die Schönheit und der ökonomische Umgang mit Licht, Themen wie die Bedeutung und das Recht auf Dunkelheit, Umweltverschmutzung durch Licht, der zeitlose Dialog zwischen Innen und Außen, volume or void, oder Wand und Fenster etc., sind zentrale Stoffe in meine künstlerisch-architektonischer Arbeit.
Die microlightsculpture 01, ein Objekt, 3 x 3 x 3 m, schafft einen Fokussierpunkt zur Lichtthematik mit Aktionscharakter. Es nimmt tagsüber die Funktion eines "Schattenwerfers", abends die einer "Lichtmaschine/ eines Lichtwerfers" ein. Es gibt die Chronologie des Tagesablaufs und die Dramaturgie des Lebens wieder. Mit einfachen Mitteln, einfachem Material, einfacher Baukonstruktion kann eine Hommage an die Kunst der Architektur, an die Wirkung des Lichts auf Mensch, Raum und Zeit geschaffen werden. Somit wird also nicht nur ein Objekt ins Leben gerufen, das abends/ bei Dämmerung funktioniert, sondern es findet auch eine Auseinandersetzung mit Tageslicht statt. Die Skulptur ist philosophisch hintergründig, spricht alle Aspekte von Licht (Kunst- und Tageslicht, Nicht-Licht etc.) und dessen Auswirkung auf den Menschen/ seine Umgebung an, sie veranschaulicht auf ergonomische Weise die Micro/Macro-Verhältnisse. Sie ist in sich beweglich und mobil, wodurch sie zugleich eine interaktive Komponente erhält. Ein einziges, pointiertes, autarkes Installationsobjekt kann die Stadt über mehrere Wochen hinweg beleben und beschäftigen. Die Skulptur beeinflußt das tägliche A bis B der Bewohner und Stadtgäste auf eine leise, nachhaltige Art. Sie ist immer neu zu sehen, abhängig vom Licht, der Positionierung (Objekt und Betrachter) und dem Entfaltungsgrad, Sie ist ein städtebaulicher Eingriff, eine Ergänzung zu dem gewohnten Stadtbild.
Ruairí O Brien
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