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Grundkonzeption Ausstellung "Ehrenhain Zeithain"
Professioneller Hintergrund
Bereits seit einigen Jahren befaßt robarchitects sich interdisziplinär (interface Architektur/ Kunst) mit microarchitektonischen Themen, mit architektonisch/ philosophisch/ humanwissenschaftlich/ ergonomischen Aspekten sowie den Übergängen von Innen- und Außenraum, mit der Bedeutung und Inszenierung von Licht, Farbe und Form, von Materiellem/ Immateriellem, mit Begrenzungen und Perspektiven, mit der Entwicklung neuer Präsentationsformen, vor allem für Theater, Kommunikationsarchitektur/ Messebau, Ausstellungs- und Museumswesen.
Seit September 2001 habe ich eine Gastdozentur für den neuen Masters Studiengang "Architectural Lighting Design" im Fachbereich Architektur an der Hochschule Wismar, in dessen Rahmen ich die Module Licht und Architektur, Raum und Architektur, Funktionsbezogene Lichttypologien, praktische Entwurfs- und Gestaltungslehre sowie Design unterrichte.
Grundsätzliches zu Microarchitektur
Eine zentrale Aufgabe microarchitektonischer Objekte/ Bauten, wenn sie in alte Bausubstanz eingesetzt werden, ist, Neu und Alt, Tradition und Modernität, Materielles/ Immaterielles, Licht/ Nicht-Licht, in einer architektonisch-stofflichen Gesamtdramaturgie miteinander zu verbinden, um auf behutsame, ökonomisch wie ästhetisch sparsame Weise das Vorhandene wieder lebendig zu machen.
Durch pointierten Einsatz von low tech und high tech kann, je nach Thema/ Gebäudeart/ Nutzung, die vorhandene Identität zur Entfaltung gebracht und in Einklang mit dem Neuen gesetzt werden, so dass alle Facetten der Geschichte eines Ortes zugleich gegenwärtig werden. Der Brückenschlag zwischen (baulicher) Vergangenheit und Gegenwart eröffnet zahlreiche Sicht- und Verständnisfenster, er ermöglicht eine neue, nachhaltige Begegnung mit dem Alten und erleichtert damit vor allem auch jungen Menschen das Verstehen von dessen Wesen. Das sprichwörtliche Einpflanzen eines neuen architektonisch-thematischen Herzens, das (Wieder-)Herstellen einer öffentlichkeitswirksamen, microklimatischen Nische inmitten der Stadtkultur/ eines vorhandenen Areals/ Gebäudes kann an jedem Ort, sogar an "Unorten", erfolgreich sein.auch das baukasten system, bausteinartig wachstums process ist bestandteil diesen philosphie, wobei eine organische intelleigente und reaktionsfahig entwicklungs process erlebbar ist inhalt konnte an ein ort dran wachsen rein wachsen eine synenergie und symbiose mit stoff und bestand, erforragende beispei erich kästner museum dresden. Auch wie ein profane bau container eine vollig neue und edele wert bekommen kann durch der einfugen von robarchitects ausstellungs skellet system, haus im haus.
Diese lebendige Denkmalpflege erfüllt den Anspruch, zu bewahren und in die Gegenwart/ Zukunft zu transportieren, das Wesenhafte eines architektonischen/ städtebaulichen wie thematischen Stoffes herauszuschälen und vermittels eines vielseitigen Instrumentariums auf mehreren Ebenen für Viele nutzbar und zugänglich zu machen. Das Erich Kästner Museum in Dresden (www.erich-kaestner-museum.de) ist dafür ein anschauliches Beispiel.
Aber nicht nur Vergangenheit und Gegenwart werden unter Aufhebung räumlicher Grenzen (Interneteinsatz) bei minimalstem Platzverbrauch (der einzelne Mensch als Maßstab) durch Microarchitektur miteinander verknüpft, sondern auch die Zukunft, das Unbekannte, ist auf ökonomische Weise darin vorgesehen.
Ressourcensparendes, maßgeschneidertes Denken und Bauen ist besonders bei altem Bestand von großer Bedeutung. "Weg von der Wand/ Mauer" heißt, geringe Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz vornehmen zu müssen und gleichzeitig über erhöhte gestalterische Möglichkeiten verfügen zu können eine befreiung,eine selbststanigkeit. Microarchitektonische Bauten sind in mehrfacher Hinsicht wachstumsfähig und beweglich. Eine ihrer entscheidenden Leistungsstärken ist Ortsunabhängigkeit. Als autarke, werbewirksame Identitätsträger können sie theoretisch an jedem Ort eine fruchtbare Beziehung zu ihrer Macroumgebung entwickeln und dort ihre plastisch-räumliche Faszination entfalten. Zudem können die Inhalte dieser flexiblen Speicher je nach Erkenntnisstand modifiziert und erweitert werden. Eine solcher neuartiger "small is beautiful"-Ansatz, der sinnliche, reale Elemente in einer besonderen Dramaturgie mit Medientechnik verbindet, entspricht zudem den (auch zukünftig) aktuellen Entwicklungen in der Informationsvermittlung wie in den Bereichen Kommunikation und Bildung.
Ausgangssituation Ehrenhain Zeithain
Der Ehrenhain Zeithain ist einer von mehreren, durch die sowjetische Militäradministration in Sachsen nach 1946 angelegten Ehrenfriedhöfen, wo ca. 8.000 sowjetische Kriegsgefangene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Aufarbeitung der Geschehnisse im Kriegsgefangenenlager Stalag 304 (IV H) begann ab Ende der 70er durch Schulprojekte und Privatleute, allerdings unter dem einschränkenden Gesichtspunkt des kommunistischen Widerstands; ab 1985 wurde im Dokumentenhaus des Ehrenhains auf dieser Grundlage eine Ausstellung mit inhaltlichen und gestalterischen Mängeln (fehlende Berücksichtigung der nichtsowjetischen Insassen, Mitglieder des kommunistischen Widerstands unverhältnismäßig hervorgehoben; Gedenken an Opfer primär ideologisch geprägt dennoch handelt es sich hier um die erste Gedenkstätte auf deutschem Boden, die sich Leiden und Sterben sowjetischer Kriegsgefangener in deutscher Hand widmete) gezeigt. Zwischen 1995-1997 gab die Stiftung Sächsische Gedenkstätten umfangreiche wissenschaftliche Recherchen in Auftrag. Von Ehrenhain Zeithain aus finden Führungen auch zu den verschiedenen Friedhofsstandorten und dem ehemaligen Lagergelände in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Jacobsthal statt.
Es existiert eine Präsenzbibliothek; Begegnungen, Diskussionsrunden gehören zum Angebot der Gedenkstättenarbeit. Zielpublikum sind Zeitzeugen, deren Angehörige, aber auch Besucher ohne Vorkenntnisse, Schüler, Fachpublikum.
Präsentiert werden sollen in Dokumentenhaus und Baracke Materialien zum aktuellen Forschungsstand; die Einbeziehung der weiteren Friedhöfe und des ehemaligen Lagergeländes wird angestrebt.
Grundkonzeption "Begehbare Vitrine"
Wie auch in vorausgegangenen Planungen und Realisierungen von robarchitects soll für die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain ein individuell auf die Thematik zugeschnittenes, ganzheitliches microarchitektonisches Konzept entworfen werden, das den Mensch als Maßstab nimmt und aus ethisch-philosophischen ebenso wie aus pragmatischen Gründen auf mehreren Ebenen, sinnlich wie intellektuell, anspricht und eine würdevolle Ehrung der Betroffenen wie der Gesamtthematik transportiert.
In 2000 hat robarchitects im Auftrag (für) des Deutschen Hygiene-Museums als Interimslösung während der Umbauphase, aber auch als mögliche spätere Elemente der Dauerausstellung das Konzept der Begehbaren Vitrinen entwickelt, ein konzept das ursprung aus der viele aus einandersetzung und experimente als kunstler und architect mit ergonomie, raum und licht und eine fortsetzug an geeignette ort von meine grund philiosophische haltung zu mench/individium, zum beispiel, interaktive raum 3 + 4 architektur ballett. Als architektonisches Abbild der Struktur des menschlichen Körpers sollten in den begehbaren Glaskörpern auf poetische gesamtdramaturgische Weise pointierte Elemente aus den Anatomie-Beständen des Museums ausgestellt werden. Dieser architektonisch/ gestalterische Grundgedanke im Fall des Hygiene Museums angewendet auf das Konkrete könnte in Zeithain, wo es sich um die Thematik exemplarischer Verneinung und Vernichtung individueller Existenz handelt, in anderer gestalterischer Ausarbeitung als abstrakte Spiegelung, als sensible Hommage an das zerstörte, in vielen Fällen noch dazu unbekannte einzelne Leben durch eine Architektur des Sichtbarmachens von Individuellem und Gesamtdimensionalem, von zeitlich/ räumlich Spezifischem wie von übergreifenden Aspekten der NS-Geschichte, von Sinneswahrnehmungen, emotionalen Spannungsbögen ebenso wie konkreten Ereignissen, strukturierten Abläufen etc., umgesetzt werden. Wichtig erscheint, dabei auch externe, historische Abschnitte überschreitende Macroelemente einzubeziehen.
Betritt man den Ehrenhain Zeithain, wird man sich sogleich der Macht und Ambivalenz von Natur bewußt. In der freundlichen Ruhe, die über dem Ort liegt, kann man die tickende Uhr der Zeit, die immer vorwärts geht und kein Zurück erlaubt, Schuldigkeit nicht ausradieren läßt, förmlich hören, hat die Tröstlichkeit und zugleich Brutalität unaufhaltsam wiederkehrender Naturvorgänge, Tages- und Jahreszeiten vor Augen, wie sie zwischen 1941 und 1945 im wenige Kilometer entfernt gelegenen Kriegsgefangenenlager zehntausende von Soldaten aus der Sowjetunion, ab 1943 auch aus Italien, Polen, Jugoslawien, Großbritannien und anderen Ländern erlebt haben müssen. So wie Zeit und Licht als Zeugen die endlosen Momentaufnahmen von Grausamkeit, Willkür, Leid, Hoffnung, Bedeutungslosigkeit, Sterben beleuchtet haben, soll die Ausstellung gerade vor dem Hintergrund, daß auch nach 1945 den Schicksalen der Opfer jahrzehntelang nicht ausreichend Beachtung gezollt wurde fast röntgenartig Unsichtbares sichtbar machen, sozusagen das gleiche Bild immer neu erzeugen, in der Sehnsucht, an das "wahre" zu gelangen, die Geschichte zu fassen zu bekommen. Transparenz herstellen durch Licht- und Schattenmotive, durch Schaffung negativer und positiver Blicke.Eine schattenlandschaft wird gerontcht, siehe der viel zeichnungen wo der becheidene landschaftlich situation in durch mehre "augen" ative farblose tag nacht fruhling sommer winter was haben diesen manner gesehen, gehört erlebt, velleicht ist es einlestes sieg der gerechtigkeit das der schönheit eine ort und der ausstellungs architektur für diesen manner spricht., moderat ausgefeilte sein, ein posthumer, individuelles Leben bejahender Befreiungsakt, der das Schreckliche dennoch oder gerade deswegen in sich trägt. Das Grauen wurde durch das paradoxe Auftreten von Schönheit erhöht die Schönheit der Natur, sogar die nüchterne, handwerkliche ""Schönheit" der Lagerbaracken. Geschaffen werden soll ein neues, fremdartiges, microklimatisches Haus im alten Haus, das den Ehrenhain zugleich in Beziehung zur Umgebung (eine Ausarbeitung des Motivs tickende Zeituhr ins Landschaftliche hinein wäre zusätzlich möglich. Der nahegelegene Bahnhof, die horizontale Bewegung auf den vorbeiführenden Zuggleisen wird als ein Element aufgenommen werden) und auch zu einem universellen Kontext setzt.
Denkbar wäre, angesichts der inhaltlichen und räumlichen Vernetzungen in der Baracke ein "Mutterschiff", einen Hauptkörper aus doppelschichtiger Thermoglaswand mit auswechselbaren Exponaten (in a simple wooden frame) und Technikelementen (z.B. extrovertiert, Bildprojektionen auf Außenwände) zu pflanzen, das zunächst zu einem Außenrundgang einlädt, wobei die transparente Struktur verschiedenste Sichtachsen/ optische Überlagerungen zulässt, von besucher betrachter und exponate und raum, eine zersplitterte ganzheitliche cubistische bild im bewegung. Durch das autarke, zentral plazierte Objekt bliebe der Originalraum in seinen erlebbaren Dimensionen frei; das Thema der Enge fühlbar. Wie "unter die Haut der Geschichte" gelänge der Besucher beim Betreten des Objektinneren und trozdem in eine symbolische zeit, raum und licht kapsule gefangen, eingefroren ausgerüstet mit verschiedenster multimedialer Technik (wie bei der gesamten Objektbestückung läßt sich die Präsentation je nach Budget low oder high tech realisieren), darunter ein Internetanschluß zwecks Vernetzung mit den anderen Gedenkstätten und weiteren Datenbanken. Auf Grund des identifikationsstiftenden modularen Gesamtkonzeptes ließe sich die Ausstellung problemlos nachrüsten/ modifizieren.( ich habe es in grosste form gezeichnete als vorentwurf, /symbol, es konnte in lange reduciet weredn. Im Hinblick auf die temperaturbedingten Nutzungsprobleme der Baracke böte dieser selbständige microklimatische Raum (isoliert, relativ günstig warmzuhalten, eine Wärmekapsel im authentischen Kaltraum der Baracke) eine ganzjährliche Lösung. Zugleich könnte das Objekt als Hauptlichtquelle dienen, wobei die Vereinigung von Tages- und Objektlicht, der Blick von außen durchs Fenster (im ursprünglichen Zustand Metapher für verneintes Individuum, Würde, Geist) den Eindruck der Fremdartigkeit erhöhen und das Empfinden einer "Befreiung" verstärken würden. Auch daß das Hauptelement der Ausstellung hinter er dunklen Holzfassade der Baracke den Internetzugang als Fenster zur Außenwelt und demokratische Möglichkeit der Informationsverbreitung, des Transparentmachens trägt, erscheint auf pragmatischer wie philosophischer Ebene zutreffend.
Im daneben gelegenen Dokumentenhaus ließen sich als Satelliten drei microversionen des Hauptobjektes einrichten, die zwar die gleiche Architektursprache aufweisen sollten, in Größe und stofflicher Ausführung (z.B. wäre hier keine Transparenz nötig) nicht zuletzt aus Kostengründen aber anders ausgearbeitet werden könnten. Während das mutterschiff in der Baracke eine Gesamtüberblick geben sollte, könnten die mit ihm inhaltlich vernetzten Satelliten Einzelschwerpunkte (räumliche, zeitliche, Einzelaspekte oder Opfergruppen betreffende etc.) setzen. Auch hierbei sind je nach verfügbaren Materialien und Mitteln verschiedenste Versionen (z.B. nur mit Schubladen, interaktiv, neugier erwachten oder aber auch mit Einsatz von Diaprojektoren oder Videobeamern) denkbar.
Das dem Trafo zugewandte Fenster sollte geöffnet und (beispielsweise durch einfache Holzlattenrasterung mit glas elementen) zu einem prismenartig streuenden Lichtkasten diziehung zwischen zeit und raum innen und aussen verdeutlichte der bezug nach aussen und bie(wie bei Hauptobjekt) umfunktioniert werden.
Das ausgebaute Dachgeschoß könnte als Veranstaltungs- und Bibliotheks-/Leseraum frei bleiben; ebenso ließen sich die Satelliten aber auch auf beide Geschosse des Dokumentenhauses verteilen.
Das gesamte Konzept einschließlich Hauptobjekt - ist hinsichtlich Größe und Umfang flexibel und läßt sich mehrstufig umsetzen.
Im lauf der zusammenarbeitware meine vorgehensweise eine "schattenlandschaft" zu entwickeln. Siehe zeichnung, fur dieses ist nicht viel geld aber eine sensibiliste auge der kunstler/philisoph gefragt, der unsichtbare sichtbar zu machen
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